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24.01.2018

AGDW - Die Waldeigentümer: Sturm „Friederike“ hat Waldeigentümern zugesetzt

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren besonders schwer betroffen / Warnung an Waldeigentümer und Waldbesucher vor Betreten des Waldes / Soforthilfen bei Waldeigentümern in der Debatte

Der Orkan „Friederike“, der vergangene Woche über Deutschland hinweggefegt ist, hat auch Teilen des Privat- und Kommunalwaldes zugesetzt. Noch kann das ganze Ausmaß nicht deutlich benannt werden, die Waldeigentümer bilanzieren und beräumen ihre Schäden in diesen Tagen. Besonders betroffen waren Waldgebiete in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dies gilt für Laub- wie Nadelwälder gleichermaßen. „Der Klimawandel hinterlässt seine Spuren auch im Wald“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, „wir müssen uns auf die Zunahme dieser Art von schweren Stürmen als Folge der Klimaveränderungen einstellen.“ Niedersachsen war von „Friederike“ besonders schwer getroffen - insbesondere der Süden des Bundeslandes. „Im Harz und im Solling sind ganze Waldflächen zerstört worden“, sagte Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen.

Die beiden Präsidenten zu Guttenberg und Leben appellierten an die Waldeigentümer, die Schäden in ihren Wäldern nicht selbst aufzuräumen, sondern dies den Forstbetriebsgemeinschaften sowie professionellen Forstunternehmen zu überlassen. Auch warnten beide Waldbesucher vor dem Betreten geschädigter Waldflächen. Zu Guttenberg: „Für Waldbesitzer und Waldbesucher gilt: Nach schweren Stürmen besteht Lebensgefahr!“


Die Schäden setzen jenen Waldeigentümern noch einmal besonders zu, die bereits vor genau elf Jahren (18./19. Januar 2007) durch Orkan „Kyrill“ getroffen wurden. In den einzelnen Bundesländern machen einige Beispiele das Ausmaß der Zerstörung deutlich:

- Nordrhein-Westfalen: Hier sind vor allem einzelne Waldflächen im Norden und Osten des Bundeslandes betroffen. Ein Waldeigentümer rechnet mit einem Schaden von etwa 6000 Festmetern und einem bis zu vierfachen Jahreseinschlag. Ein anderer mit Schäden in der Höhe von rund 15.000 Festmetern und einem bis zu zweifachen Jahreseinschlag. Betroffen sind Laub- und Nadelwälder, ganze Flächen wie auch viele einzelne Bäume. Für Nordrhein-Westfalen wird mit einem Schaden von rund 1 Million Festmeter Holz gerechnet.

- Niedersachsen: Ein Waldeigentümer rechnet mit einem Schaden in einer Höhe von rund 50.000 Festmetern und einem fünffachen Jahreseinschlag, etwa 15 - 20 Prozent des Holzvorrates sind betroffen. Für Niedersachsen wird insgesamt mit einem Schaden von rund 1,5 Millionen Festmetern Holz gerechnet.

- Sachsen-Anhalt: Die Landkreise Harz und Mannsfeld Südharz wurden schwer getroffen. Einzelne Waldbesitzer, deren gesamte Flächen betroffen sind, werden über die nächsten Jahrzehnte keine oder nur geringe forstwirtschaftlichen Erträge erzielen.

- Thüringen: Im Privatwald liegt die Schadholzmenge bei rund 180.000 Festmetern (Thüringen insgesamt: 330.000 Festmeter).

Die Aufarbeitung und Beräumung der Schäden im Wald - dazu zählt die Zerlegung und der Abtransport des Holzes, aber auch die Wiederherstellung von Wegen und Straßen – wird Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Dabei muss das Windwurfholz schnell aus dem Wald, bevor es von Schädlingen befallen wird. Zu Guttenberg verwies darauf, dass der Holzmarkt angesichts der guten Konjunktur aufnahmefähig ist, da Säge-, sowie Paletten- und Industrieholz benötigt werden. „Die holzverarbeitende Industrie sollte die Notlage der Forstbetriebe jetzt nicht ausnutzen und partnerschaftlich bei fairen Preisen bleiben“, appellierten die beiden Präsidenten an die holzverarbeitenden Unternehmen.

Noch aber lässt sich das ganze Ausmaß der Schäden nicht in Zahlen fassen. „Wenn sich diese Stürme häufen und die Schäden ein zu großes und dabei geschäftsschädigendes Ausmaß annehmen, werden wir – mit Blick auf Bayern – auf Soforthilfen drängen“, sagte zu Guttenberg. So hatte die Bayerische Staatsregierung im vergangenen August den von Gewittersturm „Kolle“ geschädigten Waldeigentümern ein umfangreiches Hilfspaket zur Verfügung gestellt.

Pressemitteilung der AGDW - Die Waldeigentümer vom 23.01.2018

 


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