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01.03.2018

WBV-Pressemitteilung: Holzvermarktung und Beförsterung in NRW - Größter Umbruch seit 40 Jahren

Private Waldbesitzer verabschieden ihre Positionen zur Zukunft der Holzvermarktung und Beförsterung in NRW - Grundsatz: Alle Handlungen müssen Stärkung und Weiterentwicklung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse verfolgen

Düsseldorf/Werl 28.02.2018
Über die Zukunft der Holzvermarktung und Beförsterung in NRW diskutierten gestern über 500 Waldbauern in der Stadthalle in Werl. Das bestehende System der Holzvermarktung und Beförsterung muss neu ausgestaltet werden. Veränderte rechtliche Bestimmungen und wettbewerbsrechtliche Bewertungen verbieten die bisherige staatliche Betreuung und erfordern ein zeitnahes aktives Handeln von allen Beteiligten. Das machte Dr. Markus Wagemann, Vorsitzender der 1. Beschlussabteilung des Bundeskartellamtes, in seiner Rede unmissverständlich deutlich. Entgegenkommend ergänzte er, dass glaubwürdige Schritte des Landes NRW in die richtige Richtung mit einem Zeitbonus bei der Umsetzung honoriert würden. Zudem würde ein offizielles Bundeskartellverfahren so vermieden.
Die neue Landesregierung NRW zieht erste Konsequenzen, die Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium (MULNV), vorstellte. Demnach wird sich die Landesforstverwaltung in Gänze aus der Holzvermarktung für Dritte zurückziehen, die Beförsterungs-Dienstleistungen zu Vollkosten anbieten und von indirekter auf direkte Förderung der Beförsterungsleistungen für die Waldbesitzer umstellen. Damit soll auch privaten Forstdienstleistern zukünftig ein fairer Marktzugang ermöglicht werden. Ziel der Landesregierung ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen in NRW bis Ende 2018 entsprechend anzupassen. Die Arbeiten hierzu laufen auf Hochtouren. Auch der Waldbauernverband als Interessenvertreter der privaten Waldbesitzer beteiligt sich intensiv beim Umweltministerium an der rechtskonformen Neugestaltung der Holzvermarktung und Beförsterung.
Auf der anschließenden Delegiertenversammlung, dem Entscheidungs-gremium des Waldbauernverbandes NRW, verabschiedeten die Delegierten die Verbandspositionen zur künftigen Ausgestaltung der Holzvermarktung und Beförsterung. Als Grundsatz der Neugestaltung fordern die Waldbauern, dass alles Handeln das Ziel der Weiterentwicklung und Stärkung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse verfolgen muss.
Der Vorsitzende der Waldbauern in NRW, Dr. Philipp Freiherr Heereman, erläutert: „In NRW bewirtschaften über 150.000 private Waldbesitzer etwa 2/3 der Waldfläche. Um die Bewirtschaftung des Kleinstprivatwaldes überhaupt zu ermöglichen, wurden landesweit seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, vor allem Forstbetriebsgemeinschaften gegründet, die als Verbünde vorwiegend kleinparzellierter Waldbesitzer das Rückgrat der Privat- und Kommunalwaldbewirtschaftung in Nordrhein-Westfalen darstellen. Die Waldbesitzer und ihre Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse wurden bisher bei der Waldbewirtschaftung und Holzvermarktung durch die Landesforstverwaltung NRW unterstützt und gefördert. Jetzt muss sich die Landesforstverwaltung aus der Holzvermarktung zurückziehen und auch die bisherige Praxis der Beförsterung ändern. Das darf nicht zu Lasten unserer Forstlichen Zusammenschlüsse gehen. Schließlich wollen wir die vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsleistungen des Waldes, die mit der nachhaltigen Waldbewirtschaftung verbunden sind, auch zukünftig dem Land NRW – also uns allen – bereitstellen. Hier fordern wir von der Politik vor allem finanzielle und personelle Unterstützung für den Aufbau von Vermarktungsstrukturen, insbesondere aber ausreichende Übergangsfristen für die Umsetzung.“

Das verabschiedete Positionspapier/Forderungskatalog zur künftigen Holzvermarktung und Beförsterung des Privatwaldes und seiner Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse können Sie im internen Mitgliederbereich abrufen.

 


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