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25.09.2018

AGDW - Die Waldeigentümer: Nach Dürre und Stürmen braucht der Wald schnelle und unbürokratische Hilfe

Sachsen-Anhalt: BMEL-Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens und Waldbeauftragter Cajus Caesar informierten sich über Dürreschäden am Flechtinger Höhenzug
Am vergangenen Wochenende trafen sich Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, der Waldbeauftragte der Bundesregierung, Caius Caesar, sowie der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm, im Wahlkreis Jerichower Land und Bördekreis des Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens, um sich bei einer Waldbegehung über die klimabedingten Schäden im Wald zu informieren. „Ich sehe mit Sorge den Zustand des Waldes nach der langanhaltenden Trockenheit und Hitze“, sagte Dr. Hermann Onko Aeikens. „Die Schäden lassen sich allerdings noch nicht abschließend abschätzen. Dies gilt insbesondere für die Schäden durch Insektenfraß.“

Die Waldbegehung fand unter der Leitung von Revierförster Volkmar Schliephake und dem Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Spetze, Heinz Günther, auf deren Flächen statt, die auf dem Flechtinger Höhenzug rund 3.000 Hektar Wald pflegt und bewirtschaftet.


„Als Waldbeauftragter sehe ich die schwierige Lage der Waldbesitzer“, sagte Cajus Caesar. „Aufgrund der langanhaltenden Dürre sind ganze Waldbestände durch Trockenheit und Folgeschäden wie Borkenkäfer und Pilzbefall abgestorben.“ Hier gelte es unbürokratisch zu helfen. Caesar: „Dazu zählen etwa niedrigere Steuersätze bei Kalamitäten, Wiederaufforstungshilfen für Pflanzung und Nachbesserung mit klimaresistenteren Baumarten.“

Seit dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 hat die FBG Spetze mit klimabedingten Schäden zu kämpfen. Verursacht durch Stürme, Schneebruch, Dürre, Borkenkäfer und Pilze sind die Wälder der FBG über alle Baumarten hinweg massiv geschädigt. Von den rund 200.000 Kubikmeter Holzeinschlag seit 2007 sind gut 188.000 Kubikmeter nur Holz aus Sturm, Schnee und Eisbruch, Dürre-, Pilz und Käferschäden. So haben die Stürme Paul und Xavier im Sommer die Eichen und Buchenbestände dezimiert. Die Dürre in diesem Sommer schädigt jetzt massiv die Jungbuchen sowie Lärche, Fichte, Kiefer und Douglasie. Einzig die Roteichen- und Küstentannenbestände sehen vergleichsweise vital aus.

Die Teilnehmer der Waldbegehung waren sich einig, dass Politik und Verwaltung jetzt in der Verantwortung stehen, die Ökosystemleistungen unserer Wälder zu erhalten, damit die Schutz- und Nutzfunktionen des Waldes in der Tourismusregion Flechtingen und in Sachsen-Anhalt bestehen bleiben. „Wir werden gemeinsam mit den Ländern prüfen, ob bestehende Fördermaßnahmen zur Anpassung von Wald- und Forstwirtschaft an den Klimawandel sowie zu Hilfen bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels ausreichend sind oder gegebenenfalls erweitert werden sollten“, sagte Staatssekretär Dr. Aeikens. Die Agrarministerkonferenz am Donnerstag in Bad Sassendorf würde sich dieses Themas annehmen. Darüber hinaus wolle Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Runden Tisch gemeinsam mit Bundesumweltministerium und Verbänden einberufen.

Aus Sicht von Franz Prinz zu Salm-Salm, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt und Mitglied der AGDW – Die Waldeigentümer, sei eine Vielzahl von Maßnahmen nötig, um den Wald nach den vergangenen Wetterextremen zu erhalten. Dazu zählen auf Bundesebene
- Aufstockungen der Mittel aus der GAK (Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes") bei freier Wahl klimaresistenter Baumarten wie Küstentanne und Roteiche,
- der Viertel-Steuersatz bei Kalamitäten ab dem ersten Festmeter und begünstigte Rücklagenbildungen,
- Mittel aus dem Europäischen Katastrophenfonds und dem Waldklimafonds und
- die erforderliche Hilfe zur Selbsthilfe der Forstlichen Zusammenschlüsse.
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Der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt kritisierte darüber hinaus das mangelnde Interesse und die fehlenden Hilfen durch die Landwirtschaftsministerin in Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert. Diese sei seit ihrem Amtsantritt nicht bei den geschädigten Waldbesitzern gewesen. Salm-Salm: „Bisher vertritt sie die Auffassung, dass der Wald sich selbst helfe und eine Wiederbewaldungskonzept für Sachsen-Anhalt nicht dringlich sei. In jedem Fall will Sie keine Landesmittel in dieser Situation auf den Weg bringen.“

Pressemitteilung der AGDW - Die Waldeigentümer vom 24.09.2018

 


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